Farbe des Grases verzaubert Betrachter

PZ-MITARBEITER - MICHAEL BLOCK

PFORZHEIM. Einblicke in die „Traditionelle und zeitgenössische chinesische Tuschmalerei“ bietet die diesjährige Sommerausstellung im Hohenwart Forum. Bestaunt werden können in der Schau Werke von Irene Tennigkeit aus Straubenhardt, die nicht nur mehrere Jahre in Singapur gelebt, sondern dort auch die chinesische Tusch- und Landschaftsmalerei erlernt hat. „Das ungeschulte europäische Auge erkennt oftmals nicht, was chinesische Malerei ausdrücken will“, betonte Kunst-historikerin Andrea Ebeling bei der Vernissage der Ausstellung, bei der die zahlreichen Gäste viel Wissenswertes über den asiatischen Kulturkreis erfahren sollten. Im Gegensatz zur europäischen Kunst bedeute in China die Malerei die Fortführung einer Schultradition, in der immer wieder der Schüler vom Meister kopiert, bis endlich ein eigener Stil gefunden wird. Außerdem steht im asiatischen Kulturkreis nicht die Originalität oder der persönliche Stil im Mittelpunkt der künstlerischen Haltung, vielmehr wird sich der Malerei und deren Botschaft gewidmet.

 




Über die Geheimnisse der Tuschmalerei verständigen sich Uwe        Roßwag-Hofmann, Irene Tennigkeit und Andrea Ebeling (von links).   
Foto: Block

 „Genuss verschaffen“
Überraschendes wird mit schwarzer Tusche auf weißem Reispapier hervorgezaubert, wobei sich niemals die Pinselstriche kreuzen, sondern der unendliche Wirkungsraum der Kräfte der Natur und des Geistes eine kompositorische Einheit bilden. Schließlich wird auch nicht von einzelnen Farben wie Grün oder Blau, sondern von der „Farbe des Grases“ oder „Farbe des Himmels“ gesprochen. „Das Bild soll Genuss verschaffen und zugleich einen Wunsch in verhüllter Form überbringen“, so Andrea Ebeling, denn „Malerei ist eine Blüte aus dem Herzen, die man nur finden kann, wenn man in Stille meditiert.“