Pforzheimer Zeitung Nordschwarzwald - Dienstag, 27. November 2007

Künstler mit Reis und Zahnbürste

Experimente wagen: Atelier Tennigkeit in Conweiler zeigt Bilder aus Kursen und Workshops

 STRAUBENHARDT-CONWEILER.
50 Bilder mit unterschiedlichsten Motiven und Techniken sind im Straubenhardter Atelier von Irene Tennigkeit zu bestaunen. Jugendliche sowie Rentner haben sie in Kursen gefertigt.
PZ-MITARBEITERIN ANITA MOLNAR

Bei der Eröffnung am Samstag, die von dem freischaffenden Musiker Roland Sachse auf einer indischen Sitar umrahmt wurde, konnten die Werke in Augenschein genommen werden. Diese entstanden in diversen Kursen dieses Jahres, an denen sowohl Jugendliche als auch Rentner ohne Vorkenntnisse teilgenommen haben.

„Ich zeige meist kurz die Technik und lasse die Teilnehmer dann experimentieren“
Kursleiterin Irene Tennigkeit, Straubenhardt-Conweiler


„Ich zeige meist kurz die Technik und lasse die Teilnehmer dann experi-mentieren“, sagt die Kursleiterin Irene Tennigkeit. Schon seit 30 Jahren gibt die 55-jährige Künstlerin, die eine Ausbildung in der traditionellen chinesischen Tuschmalerei in Singapur absolvierte, Malkurse und Workshops.
Dabei unterrichtet Tennigkeit Aquarell, Acryl, Pastell und Zeichnung und lässt auch immer wieder die Techniken der Tuschmalerei einfließen.

Neben einer Palette an Pinseln verwendet die Mutter von vier Kindern auch spachtelmasse, Reis, Teigschaber oder Zahnbürsten. „Man kann alles gebrauchen, was Haus und Hof hergibt“, so Tennigkeit. Zum Teil werden Vorlagen benutzt, an denen die Teilnehmer die Technik erlernen sollen.
Offenes Atelier BILD


Kräftige Farben: Die Ausstellung im Atelier von Irene Tennigkeit (Mitte) zeigt auch Bilder der Unterwasserwelt (im Bild von Gabi Eschenbach). Musiker Roland Sachse musizierte. Foto: Molnar


 

„Man kann alles gebrauchen, was Haus und Hof hergibt.“ 
Kursleiterin Irene Tennigkeit, Straubenhardt-Conweiler 


 „Man kann wunderbar dabei abtauchen“, schwärmt Kursteilnehmerin
Susanne Hopfinger. Aus der Hand der
47-jährigen Straubenhardterin stammen zwei Acrylbilder in kräftigen Farben, das eine in Spachtel-technik, das andere in Schwam-technik. Auch Gabi Eschenbach aus
Karlsbad ist begeistert von den Kursen.
„Ich habe mich in die Bambusbilder ver-liebt, die bei uns im Krankenhaus ausgestellt waren“, erzählt die Krankenschwester. Zusammen mit ihrer Tochter Sarah hat die Kunst-liebhaberin während eines Zwei-Tage-Kurses mehrere Acrylbilder zur Unterwasserwelt gemalt.

Auch an einem Wochenende entstanden
ist das Werk von Marion Jonait, das ein Pferd vor einem Sonnenaufgang zeigt.
„Ich habe früher Seidenmalerei gemacht und wollte mal neue Techniken ausprobieren“, sagt die 50-jährige Berufsberaterin. Dass die Kurse auch als „Offenes Atelier“ ohne Anmeldung angeboten werden, begeistert Besucherin Monika Ohrnberger. „Das ist herrlich, ein paar Stunden mitmachen und abtauchen“, so die Straubenhardterin.
Quelle: Pforzheimer Zeitung, Nordschwarzwald, 27.11.2007